Die Unterscheidbarkeit einer Spirituellen Krise zu pathologischen (krankhaften) Zuständen ist für den Umgang mit einem solchen Zustand entscheidend.

Gleichzeitig geht es letztlich um die ganz simple Frage: Wie bewertest du deine Erfahrung selbst?

Kannst du deine Erfahrung sinngebend interpretieren und siehst du innerhalb der Erfahrungen ein Entwicklungspotential für deine Persönlichkeit, welches du ausschöpfen möchtest?

Wenn ja dann hast du vermutlich eine Entwicklungskrise oder eine Spirituelle Krise.

Die Unterscheidung zu pathologischen Zuständen wie Schizophrenie oder Depression sind bei einer Spirituellen Krise oft fließend.

Wer sich mit der Diagnostik dieser Zustände beschäftigt, wird schnell zu der Erkenntnis kommen, dass sich die Beschreibung der Symptome zu 100% mit der einer Entwicklungs- oder Spirituellen Krise decken können. Ich selbst hatte sämtliche Symptome einer Psychose und einer Depression, obwohl es sich bei mir um eine Spirituelle Krise gehandelt hat.

Also können wir nicht anhand von Symptomen bewerten, ob wir nun in einer Entwicklungskrise, bzw. Spirituellen Krise stecken oder an einer ernsthaften psychischen Störung erkrankt sind. Wir müssen uns danach ausrichten, in wie fern wir in uns selbst Ressourcen sehen können, wie wir diese Zustände in unsere Persönlichkeit integrieren können.

Es besteht also die Frage in wie weit ein Mensch in der Lage ist, ob selbstständig oder mit externer Hilfe (Therapie, Spiritueller Lehrer), einen derartigen Zustand konstruktiv in sein System zu integrieren.

Diese Frage in wie fern du die konstruktiven Aspekte deiner Krise erkennen kannst, musst und kannst du nur für dich selbst beantworten.

Die Ressourcen die dir helfen können, Erfahrungen der Krise zu integrieren, können vielfältig sein.

Mir persönlich hat mein großes Interesse an einem umfassenden Verständnis meiner eigenen Psyche ausreichende Motivation beschert, meine Krise nicht als pathologischen Zustand verstehen zu wollen, auch wenn Ärzte und Psychiater kein Verständnis für meine Sichtweise hatten. Mein innerer Drang mich selbst zu verstehen, mich bis auf den Urgrund zu heilen, und den Dingen unabhängig von gesellschaftlichen Auffassungen auf den Grund zu gehen, hat mich befähigt, meine Krise in mein Potential zu verwandeln. So wurde der konstruktive Umgang mit meiner Krise zu meiner Befreiung.

Merkmale einer Schizophrenen Störung im Vergleich zu einem spirituell-psychotischen Entwicklungsschub.

Während die Symptome einer Schizophrenen Störung gesellschaftlich immer noch als unerwünscht betrachtet werden, versteht die tiefenpsychologische und spirituelle Sichtweise diese Zustände als möglicherweise bewusstseinserweiternd und aufklärend im Hinblick auf die Ganzwerdung der Persönlichkeit.

Im Zustand der Spirituellen Krise können unbewusste Komplexe die für kurzzeitige Ausnahmezustände und Entrückung sorgen, spontan und unvorbereitet ans Licht kommen. Diese spontanen Erfahrungen können jedoch nachträglich in die Gesamtpersönlichkeit integriert werden, so dass langfristig eine geheilte Persönlichkeit entsteht. Das Bewusstwerden dieser Komplexe in Form von aktuten Zuständen versteht die Spirituelle Sichtweise meist als erwünschen Effekt, der für die Integration in die Persönlichkeit notwendig ist. 

Die derzeitige gesellschaftliche Betrachtungsweise bzgl. solcher Zustände, ist jedoch meist abweisend. Dieses liegt auch am derzeitigen Bewusstseinszustand der behandelnden Ärzte und Psychiater und äußert sich unter anderem an der Art und Weise der Behandlung, die  weitgehend auf symptomunterdrückende Psychopharmaka-Abgabe beruht, anstatt Menschen die Möglichkeit  anzubieten, einen konstruktiven Ansatz für das Ausbrechen unterdrückter Komplexe zu finden.

Notwendig dafür wäre eine allgemeine Akzeptanz der emotionalen Zustände des Menschen, sowie eine weitere gesellschaftliche Aufklärung über mögliche therapeutische Verfahren, die der Menschheit zwar schon lange bekannt sind, jedoch im heutigen Zeitgeist wenig Anerkennung finden.

Notwendig wären Ärzte und Therapeuten, die diese Zustände introspektiv (von innen) erlebt haben und somit selbst zu einer Annahme und Integration dieser teils höchst emotionalen Erfahrungen gefunden haben, denn erst dann können diese ihren Patienten wirklich helfen, ihre Zustände zu integrieren. Da dieses auf viele Menschen die im medizinischen und psychiatrischen Bereich tätig sind nicht zutrifft, wird auf unterdrückende Maßnahmen gesetzt, da das eigene Vertrauen in diese Zustände fehlt. Ebenfalls beziehen sich derzeitige wissenschaftliche Forschungen weitgehend auf symptomunterdrückende Studien statt auf ganzheitliche Heilungsansätze.

Merkmale einer Depression im Vergleich zur Spirituellen Depression, der Dunklen Nacht der Seele.

Die Depression wird innerhalb der medizinischen Sichtweise meist als  Krankheit verstanden, die größtenteils unterdrückend mit Psychopharmaka behandelt wird. Ebenso zielen viele psychotherapeutische Verfahren (zb Verhaltenstherapie) darauf ab, den Menschen schnell wieder von seiner Antriebslosigkeit zu befreien – und in normale, an die Werte des Systems angepasste Verhältnisse zurück zu bringen.

Dieses ist jedoch für den Menschen der sein Leben grundlegend erneuern und sein Ego durchschauen möchte, oft keine Option mehr.

Depressionen die in Anlehnung an den christlichen Mystiker Johannes vom Kreuz, die Dunkle Nacht der Seele genannt werden, haben innerhalb der Spirituellen Krise den Zweck das Ego zu läutern und die  Persönlichkeit in seine Grundstrukturen aufzulösen und soweit zu erneuern, dass eine tiefgreifende Heilung der Persönlichkeit geschehen kann.

Daher ist für die tiefgreifende persönliche sowie spirituelle Entwicklung die Annahme von  Zuständen wie Antriebslosigkeit, Sinnentleerung oder emotional überflutendende Zustände teilweise zielführend. Unbewusste Persönlichkeitsanteile, die im Menschen oft eine tiefe emotionale Traumatisierung zur Ursache haben, kommen in der Spirituellen Depression ans Licht und können bewusst und konstruktiv erlöst werden, in sofern der Mensch die Ressourcen dazu hat, diesen Schatz zu bergen.

Wie du diesen Schatz nach und nach bergen kannst, möchte ich dir mit Hilfe dieser Seiten veranschaulichen. Gerne unterstütze ich dich wenn du Fragen hast. Auch werden weitere Problemthemen, die während einer Spirituellen Krise auftreten können, innerhalb des Kurses 1. Akuter Notfall und Kurs 2. Integration beschrieben.

An dieser Stelle wollte ich erst einmal speziell auf die Extremerscheinungen in Bezug auf die Verwechselung der pathologischen  Schizophrenie sowie der Depression eingehen, die mitunter auch lebensbedrohliche Erscheinungen haben können.

Inanspruchnahme von externen Hilfen.

Unabhängig von der Fähigkeit der Unterscheidung der einzelnen Erfahrung, kann es in beiden Fällen (sowohl während der Erfahrung einer Spirituellen Krise als auch für einen pathologischen Zustand sinnvoll sein), sich (kurzzeitig) in ärztliche und/oder therapeutische Hände zu geben.

Suche dir auf jeden Fall jede Hilfe, die dir weiter hilft, auch wenn Ärzte oder Therapeuten das volle Potential deiner Erfahrung vielleicht nicht nachvollziehen können und dazu neigen deine Erfahrung schematisch zu pathologisieren.

Die Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychiatern, Therapeuten kann dir helfen eine schnelle Versorgung für den ersten Moment zu erlangen. Diese Möglichkeit der Hilfe solltest du auf jeden Fall in Betracht ziehen!

Zusammenfassend …

ist die derzeitige Medizin hauptsächlich daran interessiert, einen aus der Bahn geworfenen Menschen schnellstmöglich wieder in das laufende System zu integrieren. Da dieses für Menschen, die ihr   Ego überwachsen wollen, jedoch nicht immer erstrebenswert ist, entsteht der Konflikt mit dem herrschenden System.

In Teilen der Medizin und auch der Psychologie überwiegt daher noch die Vorstellung der Anpassung, so dass ein Mensch der eine Spirituelle Krise erlebt und sich von allen Anhaftungen an das Ego befreien möchte, seinem individuellen Weg, dem der Anpassung an die Gesellschaft und deren Werte, den Vorzug geben muss. Die Befreiung des wahren Selbst hat immer auch mit einer Auseinandersetzung mit der Umwelt und somit mit dem geltenden System zu tun.

Als meine Krise mich in akut verwirrte Zustände gebracht hatte, habe ich allen Ärzten, Psychiatern und Psychologen gesagt, dass es sich in meinem Fall um eine Spirituelle Krise handelt, die ich konstruktiv verstehen möchte. Bis auf meine Psychologin, die ich als positive Ausnahmerscheinung kennen gelernt habe, da sie selbst eine geheilte Persönlichkeit repräsentiert, haben alle anderen Ersthelfer meinen Zustand schematisch pathologisiert und ich glaube, dass meine Erfahrung keine Ausnahme ist.

Meine größte Hilfe war zu der Zeit mein Spritueller Lehrer H., der die erlebten Zustände von innen heraus kannte und mir helfen konnte sie sinngebend in meine Persönlichkeit zu integrieren. Das hat mich geheilt und befreit. Mit einem Satz, es war die Annahme statt der Unterdrückung der Symptome.

Bis die Medizin und die Psychologie an dem Punkt angekommen sind, derartige Krisen des Menschen konstruktiv und sinngebend als natürlichen, von innen geschehenden Heilungsprozess zu verstehen, wird noch viel Aufklärung geschehen müssen. Ich hoffe dass ich mit meinen Beiträgen auf dieser Seite einen Beitrag zu einem allgemeinen Verständnis für das Thema Spirituelle Krisen leisten kann damit sich langfristig der Umgang mit Erkrankungen wie Schizophrenie und Depression in der Gesellschaft wandeln können.

Ich hoffe, dass ich Ärzte und Therapeuten und andere Wissenschaftler, die sich von meinen Erfahrungen und Sichtweisen angesprochen fühlen, meine dargestellten Aspekte in ihre Sichtweise integrieren können, um die Perspektive auf allgemeine Krisen in einer Weise voran zu bringen, die dem Wohle des Menschen dient, statt der vorherschenden Weltsicht.

Stephanie Neika, 2019

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